KINO: IN DIE SONNE SCHAUEN

Di. 10. 11. - 19:00 Uhr
Eintritt: 6 €
Veranstalter: Bildungsforum Friedberg und Kultur auf der Spur

Vielfach ausgezeichnetes Filmdrama
Regie: Mascha Schilinski; Drehbuch: Louise Peter
Deutschland, 2025; 149 Minuten


Mehre Monate auf einem Bauernhof in der Altmark zu leben – für Mascha Schilinski und Louise Peter der Auslöser, einen weiten Bogen zu schlagen von der Vergangenheit bis in die Gegenwart: Wie hat man hier wohl gelebt? Und Anlass weiter zu fragen: Wie ist es den Frauen an diesem Ort ergangen? – und eine fiktive Erzählung zu entwickeln, in assoziativen Schüben, mit Rücksprüngen, Vorgriffen, auf Umwegen vom Kaiserreich über den zweiten Weltkrieg, die DDR der achtziger Jahre bis in die Gegenwart: der dauerhaften Präsenz des labyrinthischen, düsteren Bauernhofs, als Lebensort, als Arbeitsplatz und als Gefühlswelt.

Die Wände atmen seit über einem Jahrhundert das Leben der Menschen. “In die Sonne schauen“ erzählt von vier Frauen aus unterschiedlichen Epochen, deren Leben auf unheimliche Weise miteinander verwoben sind.

Jede von ihnen erlebt ihre Kindheit oder Jugend auf diesem Hof, doch während sie ihre eigene Gegenwart durchstreifen, offenbaren sich ihnen Spuren der Vergangenheit – unausgesprochene Ängste, verdrängte Traumata, verschüttete Geheimnisse.
Gegenstände, Räume, Geräusche, das Licht in einer Scheune, das Heu- und Staubpartikel flimmern lässt, verbinden als das zeitlos immer Wiederkehrende die Realzeit der einzelnen dramatischen, ja tragischen Ereignisse, die Brüche des Familiendaseins. Und dabei ist die strukturelle Gewalt, der die Frauen jeweils in ihrer Zeit ausgesetzt sind, das andere, furchtbare Verbindende von Generation zu Generation. Zweifellos ein Film, der verstört, schockiert, und zugleich mit Tönen und Bildern den Blick auf gleichzeitig Schönes lenkt und berührt. Mit dieser gezielten Verschiebung der Wahrnehmung „etabliere „In die Sonne schauen“ einen Raum, in dem auch Immaterielles erscheinen kann: Gefühltes, Geahntes, Geträumtes, Verdrängtes. Ist das jetzt eine feministische Ästhetik? Kann man so sehen“ – so die Kritik.

In der Filmpreissaison 2025/26 wurde “In die Sonne schauen“ für über 60 Auszeichnungen nominiert, von denen die Produktion fast zwei Dutzend gewinnen konnte: u.a. Preis der Jury des Filmfestivals von Cannes 2025, deutscher Vorschlag für die Kategorie ‘Bester Internationaler Film der Oscarverleihung 2026, Preis der Deutschen Filmkritik als bester Spielfilm, Bayerischer Filmpreis für Regie und Kamera, Deutscher Filmpreis 2026 mit zehn Auszeichnungen, so für Drehbuch und Regie).

Veranstalter ist: Bildungsforum Friedberg und Kultur auf der Spur

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