Deutscher Dokumentarfilm, 2025. Drehbuch und Regie Stanislaw Mucha, 94 Min.
Mit großer Resonanz haben wir im Mai den faszinierenden Dokumentarfilm „Ich – Claude Monet“ gezeigt. Dessen Werke hängen schon lange in den bedeutendsten Museen der Welt; und wenn welche überhaupt noch zum Kauf angeboten werden, dann für Höchstpreise im hohen Millionenbereich. Aber Monets „Seerosen“ sind durchaus auch schon für wenig mehr als 100.- Euro zu erwerben – nicht als gedruckte Reproduktion, sondern in ÖL auf Leinwand gemalt, nur halt kein Original, aber dem zum Verwechseln ähnlich – und das ohne betrügerische Absicht angeboten, d.h. keine Fälschung – oder vielleicht doch mal? Aber da stellt sich die Frage: Was ist gemeint mit ‘echt‘ und was mit ‘falsch‘? Und wer entscheidet, was ein Original ist? Der Film führt uns in das südchinesische, nahe Hongkong gelegenen Stadt Dafen, dem gigantischen Zentrum für die massenhafte Reproduktion klassischer Kunstwerke und Gemälde. Hier kopieren viele hundert Maler täglich die Ikonen der Kunstgeschichte, mit ihren Familien mitten unter Leinwänden lebend. Mal ein Selbstporträt Rembrandts für 150.- Euro, mal ein Werk Gerhard Richters für 30.- Euro gehen aus der Werkstatt, und sogar das Lächeln der Mona Lisa ist zu haben. Jährlich verlassen gigantische Bildermassen die Ateliers – in Großbestellungen nach Europa und Amerika.‘
Am Ende des Films könnte es sein, dass man über Kopien und Originale anders denkt als zu Beginn. Wie auch immer: In jedem Fall hat man auf amüsante, ironischen Weise eine Menge über das Geschäft mit der Kunst gelernt. Und der Film endet stimmig mit einem Statement des Regisseurs: „Nach Abschluss der Dreharbeiten verfügen wir über beste Kontakte zur chinesischen Kunstszene. Wenn Sie also einen Picasso oder einen Van Gogh benötigen, signiert oder unsigniert, mit Quittung oder ohne … Melden Sie sich bei uns, vielleicht kommen wir ins Geschäft.“
Regisseur Stanislaw Mucha (polnischer Dokumentarfilmregisseur, geb. 1970, lebt und Arbeitet in Deutschland) ist ein Anhänger des „Direct Cinema“, das heißt, er versucht, Ereignisse so zu dokumentieren, wie sie geschehen sind, ohne jeglichen Kommentar. Diesem Konzept ist er auch in „Manche mögen’s falsch“ treu geblieben. Muchas Kamera wandert scheinbar ziellos durch Dafen, macht hier und da in einem Atelier halt, wo ein kleiner oder großer Stern der Kopisten-Szene arbeitet, und lässt sie alle zu Wort kommen. Viele können faszinierende Geschichten erzählen, manches ist komisch, aber auf jeden Fall höchst interessant und nachdenklich machend.