KULTURTAUCHER

Dokumentarfilm: The Lost Leonardo

Di., 24. Februar 2026, 19 Uhr
Eintritt: 6 €
Bildungsforum Friedberg

The Lost Leonardo ist ein Dokumentarfilm des dänischen Regisseurs Andreas Koefoed über das Gemälde Salvator Mundi, das 2017 bei Christie’s in London für den Rekordpreis von rund 450 Millionen Dollar als angebliches Werk Leonardo da Vincis versteigert wurde. Der Film hatte am 13. Juni 2021 auf dem Tribeca Film Festival in New York Premiere.

Koefoed erzählt in seinem Film die Geschichte des „Salvator Mundi“ von seinem Auftauchen auf einer Auktion 1958 bis zu seiner spektakulären Versteigerung 2017 in London. Gegliedert ist der Film in drei Teile mit den Titeln „The Art Game“, „The Money Game“ und „The Global Game“.

Zu Wort kommen neben Kunsthistorikern, Kunstkritikern, Journalisten, ausgewiesenen Leonardo-Experten wie Martin Kemp und Frank Zöllner oder Museumsleuten wie Bernd Lindemann, ehemals Direktor der Berliner Gemäldegalerie oder Luke Syson, damals Kurator am Metropolitan Museum of Art, auch Fachleute aus den Bereichen Wirtschaft, Handel und Promotion. Koefoed geht in seinem Dokumentarfilm der Frage nach, wie ein Gemälde, das jahrelang im Handel zum Verkauf stand, bereits zweimal bei Versteigerungen eingeliefert wurde und in London 1958 gerade mal 45 Pfund bzw. 1175 Dollar 2005 in New Orleans erzielte, nur zwölf Jahre später für einen Betrag von rund 450 Millionen Dollar den Besitzer wechseln konnte. Zu den Mechanismen des aktuellen Kunstmarkts äußert sich neben Kunsthändlern und Kunst- und Wirtschaftsjournalisten, auch Robert K. Wittman, der Gründer des FBI Art Crime Team (USA) und einer der führenden Ermittler des FBI in Fällen von Kunstdiebstahl, Kunstfälschung und Kunstbetrug.

Koefoed beleuchtet in seinem Film die undurchsichtigen und nicht regulierten Verfahren im Zusammenhang mit Zollfreilagern, speziell das Freilager Genf, in denen ein milliardenschwerer Schatz an Kunstwerken sicher vor dem Zugriff von Zoll- und Steuerbehörden gelagert ist. Ein weiteres Thema ist die Rolle von Dianne Dwyer Modestini vom Conservation Center des Institute of Fine Arts der New York University, die aus einer durch Risse und abgeblätterte Farbplacken beschädigten und durch Übermalungen veränderten Tafel nach Jahren der Restaurierung (2005 bis 2017) ein makelloses Gemälde für die Auktion präsentieren konnte. Es geht weiterhin um Interessengemeinschaft und Interessenkonflikte zwischen großen Museen, finanzstarken Leihgebern und staatlichen Akteuren, im Fall des Salvator um die diplomatischen Spannungen zwischen Frankreich und Saudi-Arabien im Zusammenhang mit der geplanten Ausstellung im Louvre. Jacques Franck, selbst Kurator der Leonardo-Ausstellung von 2006 in den Uffizien, wird zitiert mit dem Satz, er habe den französischen Präsidenten Emmanuel Macron gewarnt, der Louvre solle das Bild nicht als „echten Leonardo“ ausstellen. Die Entscheidung, das Bild auszustellen oder doch lieber nicht, sei auf höchster politischer Ebene gefallen.

In Bezug auf seine persönliche Meinung zum Echtheitsstatus des Salvator Mundi hält sich Koefoed nicht nur in seinem Film bedeckt. In einem Interview mit IndieWire antwortete er auf die Frage, ob er den Salvator für einen „echten“ Leonardo halte, er habe beschlossen, nicht abzuwägen, ob das Gemälde echt (real) ist. „Ich habe beschlossen, offen zu sein. Es ist interessanter, wenn das Publikum selbst entscheidet, was es glaubt. Ich bin keineswegs ein Experte, ich verstehe beide Seiten, ich kann ihre Argumente sehen. Manchmal glaube ich das eine, manchmal glaube ich das andere.“

Cookie-Einstellungen
Nach oben scrollen

Unterstützen Sie uns mit einer Spende

Spendenkonten der Theater Altes Hallenbad gGmbH:
Sparkasse Oberhessen – BIC: HELADEF1FRI – IBAN: DE37 5185 0079 0242 0149 87
Volksbank Mittelhessen – BIC: VBMHDE5F – IBAN: DE45 5139 0000 0148 7798 05

Spendenbescheinigung gewünscht?

Für Ihre eingehende Spenden bekommen Sie eine Zuwendungsbestätigung nach amtlich vorgeschriebenem Vordruck. Unsere gGmbH dient gem. Bescheinigung des Finanzamtes Gießen ausschließlich und unmittelbar steuerbegünstigten gemeinnützigen Zwecken im Sinne der §§ 51 ff. AO und gehört zu den in § 5 Abs, 1 Nr. 9 KStG bezeichneten Körperschaften, Personenvereinigungen und Vermögensmassen.